Flaggen und Fahnen
Immer zur Europa- oder Weltmeisterschaft kann man die Straßen in den Innenstädten Deutschlands im Schwarz-Rot-Gold versinken sehen. Vor allem während Live-Übertragungen von Fußballspielen bekennen die Deutschen Flagge. Während man im Gegensatz zu anderen Ländern wie den USA in Deutschland recht selten Flaggen draußen hängen sieht, flattern sie einem während solchen sportlichen Großereignissen überall entgegen. An Autos, am Balkon oder auf Gesichtern sieht man die deutsche Flagge, aber wissen Sie eigentlich etwas mehr über ihre Geschichte? Natürlich hat man das alles Mal in der Schule gelernt, aber das ist schon lange her.
Um den Ursprung und die erstmalige Verwendung der Schwarz-Rot-Goldenen Flaggen ranken sich diverse Legenden, denn wie sie jetzt wirklich entstand, ist nicht sicher. Fest steht, dass das Wappen, der Adler, schon im 12.Jahrhundert in schwarz auf einen goldenen Schild des Kaisers gemalt wurde. Es heißt auch, dass bei der Wahl des deutschen Königs Barbarossa im selben Jahrhundert ein schwarz-rot-goldener Teppich ausgelegt worden sei, der anschließend in Stücken an die Bevölkerung ausgeteilt worden wäre. Dies wären somit die ersten „Fahnen“ Deutschlands gewesen. Auch während der Bauernkriege im 16.jahrhundert sollen die Schwarz-Rot-Goldenen Fahnen dabei gewesen sein.
Weit verbreitet ist die Theorie, dass die deutsche Flagge erstmals während den Befreiungskriegen im 19.Jahrhundert gegen Napoleon verwendet wurde. Hier traten die deutschen Flaggen auch erstmals im Zusammenhang mit der Idee des deutschen Nationalstaates auf. An diesen Kriegen waren zahlreiche Freiwillige beteiligt, so auch der Lützowsche Freikorps, ein Freikorps bestehend aus vorwiegend Studenten und geführt von Adolf von Lützow. Diese Truppen bekamen keinen Sold und mussten sich selbst ausrüsten. Um eine einheitliche Uniform aus den Alltagskleidern herzustellen, färbte man alle Kleider schwarz ein. Dazu kamen goldene Knöpfe und rote Vorstöße. Weiter heißt es, dass einige dieser Angehörigen des Lützowschen Freikorps später der Urburschenschaft der Universität von Jena beitraten. Als Zeichen des Kampfes für die Freiheit Deutschlands trugen sie ihre Uniform weiterhin, die bald sehr populär wurde. Schwarz-Rot-Gold wurde schließlich auch die Flagge der Urburschenschaft.
Am 27.Mai 1823 letztendlich zogen mehrere tausend Menschen, darunter Mitglieder der Urburschenschaft, mit schwarz-rot-goldenen Fahnen und Flaggen zum Hambacher Schloss. Beim so genannten Hambacher Fest, organisiert vom „Deutschen Preß- und Vaterlandsverein“ zogen die Bürger zur Schlossruine um Einheit und Freiheit zu fordern. Getarnt war das ganze als Volksfest, da Kundgebungen verboten worden waren. So wurden die Deutschen Flaggen und Fahnen also damals erstmals geschwungen, um für Freiheit und Einheit Deutschlands und seiner Bürger zu kämpfen. Heute vor allem, um die deutsche Nationalmannschaft anzufeuern.
